Josi steht als landwirtschaftlicher Jungbauer in Eppan, südlich von Bozen — dort,
wo die Weinberge beginnen und die Obstbäume blühen. Seine Bienenvölker arbeiten
auf Wiesen, die noch Wildblumen kennen. Keine Monokultur, keine Industrietrachten,
kein Transport quer durch Europa.
Aus dieser Arbeit kommen rund
1 000 Kilogramm Honig im Jahr.
Das ist wenig. Gewollt wenig. Weil Josi lieber eine Ernte sauber abfüllt, als zehn
schnell zusammenrührt. Nicht erhitzt, nicht industriell gefiltert, nicht verschnitten
mit Importware — so wie Honig war, bevor das Wort „Bio" überhaupt nötig wurde.
Wer ihn an den Bienenstöcken erlebt, versteht den Spitznamen schnell. Er spricht
leise, bewegt sich ruhig, liest die Stimmung eines Volkes wie andere das Wetter.
Für ihn ist Imkern kein Job — es ist ein Gespräch auf Augenhöhe mit rund 50 000
Kolleginnen pro Stock.